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Jugendliche präsentieren ihre Ideen vom Magdeburg 2030

Marcus Allgemein, EinBlick ins Rathaus Kommentare

Am heutigen Mittwoch präsentierten die teilnehmenden Schüler*innen des Projektes „EinBlick ins Rathaus“ ihre Ideen zur Zukunftsstadt Magdeburg 2030 vor anwesenden Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung im Rathaus. Vom 4. bis 8. April nahmen über 100 Jugendliche verschiedener Magdeburger Schulen an Führungen durch das Alte Rathaus teil. Anschließend entwickelten sie in Beteiligungs-Cafés ihre Vision zur künftigen Stadtentwicklung. Dabei ging es um die Themen Klima, Mobilität, Wohnen und um weitere Ideen der Schüler*innen. Die Ergebnisse arbeitete der Magdeburger Künstler Christoph Ackermann nun in ein 5,8 qm großes Gesamtkunstwerk ein, von dem sich jede Schule ein Teil als Andenken zur Teilnahme am Projekt mitnehmen konnte. Durch Flyer und Plakate werden die Ideen auch weiter in die Bevölkerung getragen. Die Ergebnisse fließen zudem in die nächste Bewerbungsphase des Wettbewerbs Zukunftsstadt ein und werden auch in der künftigen Stadtentwicklung berücksichtigt.

Die Themen waren sehr vielfältig. Grundsätzlich zeigt sich, dass die Schüler*innen sich vor allem ein friedliches und tolerantes Magdeburg wünschen, das die vielfältigen Interessen und Entwicklungsmöglichkeiten seiner Einwohner*innen berücksichtigt und fördert. Sie wünschen sich eine moderne Großstadt mit viel Grün und umweltfreundlichen Fortbewegungsmitteln. Dabei spielen auch Aspekte wie verstärkter Umweltschutz, Ausbau der Mobilität und Infrastruktur sowie ein attraktives Lern-, Arbeits- und Lebensumfeld eine wichtige Rolle.

Neben den Rathausführungen für Schulklassen beinhaltete das Projekt auch die Erstellung eines virtuellen Rundgans durch die wichtigsten Räumlichkeiten des Rathauses sowie die Erstellung von Interviews, u.a. mit dem Oberbürgermeister, und die Aufbereitung von Informationen zur Bürgerbeteiligung in Magdeburg. Die Ergebnisse sind auf unserer Internetseite abrufbar und werden stetig ergänzt.

„EinBlick ins Rathaus“ ist ein Projekt des Beteiligung gestalten e.V. und wird unterstützt durch die Kinderbeauftragte der Landeshauptstadt Magdeburg, den Wettbewerb Zukunftsstadt und die Landeshauptstadt Magdeburg. Eine Fortführung des Projektes ist voraussichtlich für den Herbst 2016 angemacht.

Eindrücke von der Präsentation der Ergebnisse gibt es auf unserer Facebook-Seite!

Zusammenfassung der Ergebnisse „EinBlick ins Rathaus“ April 2016
Klimagerechte Stadt
Der Themenbereich „Klimagerechte Stadt“ war für die Schüler*innen besonders relevant. Ihnen ist für die Vision von Magdeburg 2030 vor allem wichtig, dass die Stadt ein großes Angebot an Grünflächen und Parks vorhält und diese Gebiete im Rahmen von Naturschutzmaßnahmen auch erhält. Darüber hinaus wünschen sich die Schüler*innen weitere Mülleimer im städtischen Raum sowie eine Beibehaltung der Mülltrennung. Rechtliche Maßnahmen für „Müllsünder“ sollten zudem verschärft werden. Ein weiterer Aspekt war die umweltfreundliche Gestaltung der Energie- und Verkehrssituation. Die jungen Teilnehmer*innen wünschen sich vermehrt Energiegewinnung aus grünen Energien (u.a. Wind, Sonne) und plädieren gleichzeitig für den Ausbau der Elektromobilität im PKW-Sektor. Hier sollten weitere Aufladestationen und verbesserte Technik zum Einsatz kommen. Ein besonderes Augenmerk legten die Schüler*innen zudem auf Magdeburg als Fair Trade Town und auf die Stadtgestaltung von „grünen Dächern“ wie beim Hundertwasserhaus.

Mobilität / Verkehrsinfrastruktur
Im Bereich Mobilität / Verkehrsinfrastruktur wünschen sich die Schüler*innen einen serviceorientierten, pünktlichen und gut ausgebauten öffentlichen Personennahverkehr durch die MVB. Zudem setzen sich die jungen Teilnehmer*innen vermehrt für ein gut ausgebautes Radverkehrssystem ein, um schnell und sicher unterwegs zu sein. Hier bestand der Wunsch nach einem Ausbau des Mietfahrradsystems in Magdeburg. Dabei zeigt sich, dass den Schüler*innen auch hier die Umfreundlichkeit wichtig ist. Ein weiterer Wunsch bestand in einer besseren Anbindung an relevante Ziele, wie beispielsweise Flughäfen. Dies könnte durch schnellere Zugverbindungen erreicht werden. Weitere Ideen im Bereich Mobilität / Verkehrsinfrastruktur bestanden im Bau einer Schwebebahn, einer Seilbahn über die Elbe und dem Aufbau eines U-Bahn Netzes in Magdeburg. Wichtig war den Schüler*innen ebenso die Barrierefreiheit in jeglichen Belangen der Mobilität.

Bauen / Wohnen / Quartiere
Auch wenn der Großteil der Schüler*innen noch bei den Eltern wohnt, haben die Jugendlichen konkrete Vorstellungen über die künftige Gestaltung des eigenen Lebensumfeldes. Hier spielte der Ausbau „alternativer“ Wohnformen eine große Rolle, beispielsweise in Form von Stärkung der Wohngemeinschaften. Dabei kommt es auch hier auf eine gute örtliche Anbindung an. Zudem bestand auch in diesem Themenfeld der Wunsch nach Hochhäusern und Wohnanlagen mit Gärten und Parks. Diese sollten ebenfalls barrierefrei gestaltet werden. Für die jungen Teilnehmer*innen war es zudem wichtig, dass vermehrt Freizeitangebote für Jugendliche im Wohnumfeld geschaffen werden, beispielsweise durch Jugendhäuser, Freizeitparks oder weitere zielgruppengerechte Angebote. Ein zusätzliches Augenmerk wurde auf eine bessere Versorgung mit Plätzen in Kindertagesstätten gelegt, um für die Familienplanung gut aufgestellt zu sein. Zudem wünschten sich die Teilnehmenden ein „Haus für alle“ und das friedliche religionsübergreifende Zusammenleben aller.

Weitere Ideen
Neben den drei vorgegebenen Themengebieten konnten die Jugendliche weitere Ideen zur künftigen Entwicklung Magdeburgs einbringen. Ein wichtiger Bereich war hier die Attraktivitätssteigerung der Stadt für Touristen durch Schaffung weiterer Angebote und Erhalt der bisherigen Denkmäler und Einrichtungen. Zudem wünschen sich die Schüler*innen weitere Angebote für die jugendliche Zielgruppe, freies W-LAN und mehr Raum für Freizeit, Bewegung und freie Entfaltung eigener Ideen. Den jungen Teilnehmer*innen ist es ebenso wichtig, dass Magdeburg eine Stadt der Chancengleichheit wird und sich dafür einsetzt, dass sich alle Menschen gleichermaßen einbringen können. Hierbei spielte das Thema bürgerschaftliches Engagement füreinander eine wichtige Rolle. Die Jugendlichen wünschen sich zudem eine größere Medienvielfalt in der Landeshauptstadt und den Erhalt (sowie möglicherweise den Aufstieg) des 1. FCM. Die Schulen sollten zudem lebenspraktischen Unterricht für die Schüler*innen anbieten.

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