Der virtuelle Rundgang durch das Magdeburger Rathaus bietet EinBlicke in die Räumlichkeiten, ihre Historie und Funktionen für die heutige Kommunalpolitik
Als Highlight gibt es die öffentlichen Räumlichkeiten auch als 360°-Ansicht, sodass das Rathaus von überall virtuell erkundet werden kann.

Magdeburger Rathaus

Das Alte Rathaus befindet sich seit dem 13. Jahrhundert auf der östlichen Seite des Marktplatzes und wurde während des Dreißigjährigen Krieges und des Zweiten Weltkrieges stark zerstört.

An der Nordecke des Gebäudes befindet sich eine Sandsteinfigur – der Magdeburger Roland. Er ist eine Nachbildung des mittelalterlichen Originals. Damals symbolisierten Rolande die städtischen Freiheiten, Rechtssprechung und Unabhängigkeit. Die heutige 4,80 m hohe Sandsteinfigur wurde 2005 mit Hilfe von Spenden errichtet.

An der Südwestecke befindet sich die 2012 wieder errichtete Hirschsäule, die ebenfalls über Spenden finanziert wurde. Es gibt mehrere Deutungen für die Symbolik der Hirschfigur, z.B. verkörpert er die Verheißung des Paradieses oder den Beginn des ewigen Lebens.

Der Magdeburger Reiter komplettiert das Dreigestirn. Die Reiterfigur symbolisiert wohl Otto den Großen, den römisch-deutschen Kaiser und Förderer Magdeburgs. Der Reiter wird umrahmt von zwei Jungfrauen mit Schild und Fahnenlanze. Das Original befindet sich im Kulturhistorischen Museum.

Im Zuge des Wiederaufbaus des Rathauses schuf Heinrich Apel 1969 das Bronze-Portal bedeutender Persönlichkeiten. Auf der linken Tür sind Kaiser Otto I. und die Gemahlinnen Editha und Adelheid, der Sachsenspiegel-Verfasser Eike von Repgow, der Schalknarr Till Eulenspiegel, der reisende Arzt Doktor Eisenbarth, der Politiker, Erfinder und Naturwissenschaftler Otto von Guericke, der Barockkomponist Georg Philipp Telemann und die mittelalterliche Stadtsilhouette zu sehen; rechts der Politiker Wilhelm Weitling, der Flugpionier Hans Grade, der Schriftsteller Erich Weinert, die Magdeburger Trümmerfrauen und Szenen des Magdeburger Lebens.

Magdeburger Rathaus

Alemannzimmer

Alemannzimmer

Alemann ist ein Name einer einflussreichen Familie des späten Mittelalters, die viele Amts- und Würdenträger hervorbrachte. Darunter Bürgermeister, Kämmerer und Schöffen. Margarethe Alemann heiratete zum Beispiel 1626 den bekannten Physiker und Bürgermeister Otto von Guericke.

Heute wird der Raum für Besprechungen genutzt.

Beimszimmer

Beimszimmer

Hermann Beims (1863 – 1931) war 12 Jahre Oberbürgermeister Magdeburgs und machte die Stadt zum Zentrum des „Neuen Bauens“. In seiner Amtszeit enstanden moderne Wohnviertel in den Vorstädten, wie die Beimssiedlung in Stadtfeld West oder die Magdeburger Stadthalle im Rotehornpark.

Heute wird der Raum für Besprechungen genutzt.

 

Bördezimmer

Bördezimmer

Das Bördezimmer verdankt seinen Namen den fruchtbaren Böden der Magdeburger Börde. In Vitrinen werden die Ehrungen und Preise, die nach der Ehrenbürgersatzung vergeben werden, ausgestellt.

Der auffällig farbige Wandteppich stammt aus der chinesischen Partnerstadt Harbin und wurde Magdeburg als Geschenk zur Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages im Jahr 2008 überreicht.

Ratssaal Otto-von-Guericke

Ratssaal Otto-von-Guericke

Otto von Guericke (1602 – 1686) war Naturwissenschaftler, Politiker, Jurist und Erfinder der Kolbenvakuumluftpumpe, durch die er das Vakuum mit seinem weltbekannten Halbkugel-Versuch nachwies.

1646 bis 1676 war er Bürgermeister und maßgeblich für den Wiederaufbau der 1631 durch Tilly zerstörten Stadt verantwortlich. Seiner Stadtplanung folgen die heutigen Hauptachsen Ernst-Reuter-Allee und Breiter Weg.

Ein Ölgemälde Reicherts (Leihgabe des Museums) von 1868 zeigt Bürgermeister Otto von Guericke.

Heute trifft der Stadtrat hier die Entscheidungen über die Belange der Stadt und der Bürger*innen. Zu jeder  öffentlichen Sitzung gibt es um 17.00 Uhr eine Einwohnerfragestunde.

Eike-von-Repgow-Saal

Eike-von-Repgow-Saal

Eike von Repgow (1180 – 1233) prägte mit dem Sachsenspiegel die deutsche Rechtsgeschichte.

In diesem Repräsentationssaal finden Empfänge und Eintragungen in das Goldene Buch statt. In dieses Buch dürfen sich Ehrengäste der Stadt, hochrangige Politiker*innen sowie besonders verdienstvolle Bürger*innen eintragen.

Im Eike-von-Repgow-Saal werden auch die drei bedeutendsten Preise der Landeshauptstadt Magdeburg und die Preisträger*innen vorgestellt: Eike-von-Repgow-Preis, Kaiser-Otto-Preis, Georg-Philipp-Telemann-Preis.

Die Stele „Gegen das Vergessen“, verbunden mit der Aktion Stolpersteine, erinnert an jüdische Mitbürger*innen, die während des Zweiten Weltkrieges deportiert wurden.

Ein von Ernst-Albrecht Fiedler gestalteter Wandfries eröffnet einen Blick auf die Ottostadt Magdeburg.

Empfang

Empfang

Der Empfangsbereich des Magdeburger Rathauses ist der Ausgangspunkt für einen Besuch.

Seit 2013 komplettieren die Wappen der Partnerstädte und das Stadtwappen Magdeburgs die Säulen im Arkadenbereich.

Auf der gläsernen Wappenwand werden historische Darstellungen des Magdeburger Stadtwappens gezeigt. Diese wurden von den Künstlern Reginald Richter und Richard Wilhelm gestaltet.

Eine Nachbildung der Korvette Magdeburg (Heimathafen Warnemünde) – dem Patenschiff der Marine – ist im Schaukasten zu besichtigen.

Ernst-Reuter-Diele

Ratsdiele Ernst Reuter

Die Ratsdiele ist der Empfangssaal des Rathauses und wird außerdem für Konzerte, Vorträge und Ausstellungen genutzt. So werden hier z.B. die Goldenen Hochzeitspaare empfangen, aber auch der 1. FCM zu seinem 50. Bestehen.

Anfang 2016 wurde sie nach Ernst Reuter benannt, der von 1931 bis 1933 Oberbürgermeister Magdeburgs war und beispielsweise die Winternothilfe für Bedürftige eingerichtet hat.

Ernst Reuter wurde von den Nationalsozialisten verfolgt und mehrfach verhaftet, floh dann in die Türkei und kehrte nach dem Krieg nach Deutschland zurück.

Franckesaal

Franckesaal

August Wilhelm Francke (1785 – 1851) war 31 Jahre Oberbürgermeister der Stadt Magdeburg und schuf während seiner Amtszeit mit der Förderung der Dampfschifffahrt, der Gründung der Magdeburger Stadtsparkasse 1823 und dem Bau einer Eisenbahnlinie wichtige Grundlagen für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Er reformierte zudem das städtische Schulwesen und machte es zum modernsten Deutschlands.

Der Saal mit seinem ursprünglichen Gewölbe wird heute als Beratungsraum genutzt.

Gotisches Zimmer

Gotisches Zimmer

Das Gotische Zimmer verdankt seinen Namen dem Baustil, in dem das Rathaus vor seinen Zerstörungen gebaut wurde. Es erinnert durch das Kreuzrippengewölbe daran.

Heute wird es für Besprechungen bei Stadtratssitzungen und für verschiedene Veranstaltungen genutzt.

Wertvolle Gobelins und Skulpturen schmücken den Raum, der 1969 bis 1990 Trauzimmer des Standesamtes war. Zwei Bilder von Salvador Dalí wurden anlässlich der Ausstellung 2005 an den Oberbürgermeister überreicht und schmücken seitdem diesen Raum.

Hansesaal

Hansesaal

Die Hanse war der wohl bedeutendste wirtschaftliche und politische Verbund von Kaufleuten und Städten nördlich der Alpen im Mittelalter. Ihr Einfluss reichte von London über das norwegische Bergen bis zum russischen Nowgorod. Vor- oder Hauptorte des großen sächsischen Quartiers der Hanse waren Magdeburg und Braunschweig, wobei Magdeburg wegen seiner zentralen Stellung als „Brothaus der Hanse“ galt und das Monopol des Getreidehandels hatte. Magdeburg war bis 1666 Mitglied und ist 2003 der „Neuen Hanse“ beigetreten.

Bedeutung erlangte der Saal Ende 1989 bis Mai 1990 mit den Beratungen der „Runden Tische“. In der Übergangsphase von der DDR zur BRD waren sie ein wichtiges Instrument der Mitbestimmung für die Bevölkerung.

Auch heute können Bürger*innen im Rahmen von Einwohnerfragestunden in beschließenden Ausschüssen des Stadtrates mitreden.

Hasselbachsaal

Hasselbachsaal

Carl Gustav Friedrich Hasselbach (1809 – 1882) war von 1851 Oberbürgermeister der Stadt Magdeburg und nahm während seiner 30-jährigen Amtszeit eine großräumige Stadterweiterung vor. Er sorgte für eine Verbesserung der Infrastruktur und innerstädtischen Lebensverhältnisse und entwickelte Magdeburg zu einer modernen Industrie- und Großstadt mit Wasserwerk, Gasbeleuchtung, Straßenpflasterung und Kanalisation.

Der technisch modern ausgestattete Saal wird heutzutage für die Beratungen des Oberbürgermeisters und seiner Beigeordneten sowie für Pressekonferenzen genutzt.

Innenhof

Innenhof

Der Innenhof des Magdeburger Rathauses lädt zum Verweilen und einigen Veranstaltungen ein – egal ob beim Rathausfest oder bei einem Glockenkonzert.

Kaiserin-Adelheid-Foyer Treppe

Kaiserin-Adelheid-Foyer Treppe

Dieser Bereich des Rathauses wurde nach Kaiserin Adelheid von Burgund (931 – 999) benannt. Sie war die zweite Ehefrau Ottos des Großen und hatte gemeinsam mit ihm vier Kinder. Adelheid galt als gebildete Frau, sprach vier Sprachen und war sehr belesen. Mit ihrem karitativen und mildtätigen Wirken wurde sie bereits zu Lebzeiten verehrt. Seit einigen Jahren verleiht die Stadt daher auch den Adelheid-Preis für besonderes soziales Engagement.

In diesem Teil des Magdeburger Rathauses finden kleine Veranstaltungen, Konzerte und Empfänge statt. Er verbindet den Ausstellungsbereich mit den Chortreppen, dem Franckesaal und dem Zugang zum Hof. Zudem sind hier verschiedene Kunstwerke zu sehen.

Kaiserin-Adelheid-Foyer Ausstellung

Kaiserin-Adelheid-Foyer Ausstellung

Der Ausstellungsbereich begrüßt die Besucher*innen beispielsweise mit der Figur eines Puppenspielers, um auf die langjährige Tradition des Figurentheaters in Magdeburg aufmerksam zu machen.

Die Handwerksgeschichte in Magdeburg wird durch einen Wandteppich der Zünfte und Handwerksinnungen dargestellt.

In einzelnen Vitrinen befinden sich Handwerksutensilien der Schuhmacher*innen und Buchdrucker*innen.

Weitere Kunstwerke und Fotografien des Rathauses und der Bürgerhäuser am Alten Markt zeugen von den Veränderungen der Stadt seit dem 19. Jahrhundert.

Außerdem werden Zinnerzeugnisse der Innungen und Produkte aus Fayence- und Steingutmanufakturen ausgestellt.

Dienstzimmer des Oberbürgermeisters

Dienstzimmer des Oberbürgermeisters

Sechs Jahre lang – von 1994 bis 2000 – engagierte sich der 1955 in Oschersleben geborene Naturwissenschaftler Dr. Lutz Trümper als Stadtrat. 2001 gewann er die Wahl zum  hauptamtlichen Oberbürgermeister der Landeshauptstadt, bei der er 2008 und 2015 mit absoluter Mehrheit wiedergewählt wurde.

In dieser Funktion ist er zugleich Chef der Verwaltung und höchster Repräsentant Magdeburgs. Schon immer befanden sich die Amtsräume des Oberbürgermeisters in dem nördlichen Teil des Rathauses.

Da ihm die Zukunft der Stadt sehr am Herzen liegt, hat er immer ein offenes Ohr für die Wünsche und Probleme der Kinder und Jugendlichen. Die Anmeldungen zu den regelmäßigen Sprechstunden sind unter 0391 5402510 möglich.

Saal der Partnerstädte

Saal der Partnerstädte

Der Saal der Partnerstädte wurde vom Magdeburger Künstler Ernst-Albrecht Fiedler gestaltet. Die Partnerschaftsverträge und zahlreiche Geschenke aus den sieben Partnerstädten Sarajevo, Braunschweig, Nashville, Saporoshje, Radom, Harbin und Le Havre werden in den Vitrinen gezeigt.

Kurze Videosequenzen und zwei Banderolen berichten über das älteste deutsche Rechtsbuch des Mittelalters, den Sachsenspiegel und seinen Verfasser Eike von Repgow.

Eine der Regeln war: „Die ok irst to der molen kumt, die sal erst malen.“ und bedeutet soviel wie: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“ Es bezieht sich auf das Mahlen von Korn und regelt die Reihenfolge an der Mühle.